Mill Test Certificate: EN 10204 Arten Erklärt
Ein Abnahmeprüfzeugnis dokumentiert die chemischen und mechanischen Eigenschaften einer Materialcharge. EN 10204 klassifiziert diese Prüfdokumente in vier Typen, basierend darauf, wer die Prüfung durchführt und wer sie zertifiziert. Dieser Leitfaden behandelt alle vier Typen, wann jeder erforderlich ist und wie sie sich auf nordamerikanische Werkszeugnisse (MTRs) beziehen.
Werkszeugnis (MTR) vs. Abnahmeprüfzeugnis (Mill Test Certificate) vs. Beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR)
Die Schweißindustrie verwendet mehrere Bezeichnungen für dasselbe Dokument. Ein Werkszeugnis (MTR) ist der standardmäßige nordamerikanische Begriff — es ist der beglaubigte Bericht des Herstellers über die chemische Analyse und die mechanischen Prüfergebnisse für eine spezifische Materialcharge.
Ein Abnahmeprüfzeugnis (MTC) oder Werkszertifikat ist das internationale Äquivalent, besonders verbreitet in Europa, dem Nahen Osten und Asien. Ein beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR) ist der formale ASTM/ASME-Begriff, der in Beschaffungsspezifikationen verwendet wird.
Alle drei Begriffe beziehen sich auf dasselbe Kerndokument: einen nachvollziehbaren Nachweis, der die Chargennummer eines Materials mit seinen geprüften Eigenschaften verknüpft. Der Unterschied liegt im Klassifizierungsrahmen. Die nordamerikanische Praxis (ASTM, ASME) erfordert typischerweise ein beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR) ohne Angabe einer Typklassifizierung. Die internationale Praxis (EN 10204) klassifiziert Prüfdokumente in vier Typen mit zunehmendem Grad unabhängiger Überprüfung.
EN 10204 Zertifikatstypen
EN 10204:2004 “Metallic products — Types of inspection documents” defines four types of inspection documents in Clause 3 and Clause 4; only types 3.1 and 3.2 are called inspection certificates. The type required is specified in the purchase order or the governing fabrication code.
| Type | Name | Issued By | Test Basis | Typical Use |
|---|---|---|---|---|
| 2.1 | Declaration of Konformität | Manufacturer | No test results — statement of compliance only | Non-critical commercial steel, general construction |
| 2.2 | Test report | Manufacturer | Non-specific inspection — test results from production batch, not necessarily the delivered lot | Norm Baustahl, general fabrication |
| 3.1 | Inspection certificate 3.1 | Manufacturer’s authorized inspection representative, independent of the manufacturing department | Specific inspection — tests performed on the delivered product, validated by manufacturer’s authorized representative | Pressure vessels (ASME VIII), process piping (B31.3), structural steel (D1.1), most fabrication codes |
| 3.2 | Inspection certificate 3.2 | Manufacturer’s authorized inspection representative, independent of the manufacturing department, and either the purchaser’s authorized inspection representative or the Prüfer designated by the official regulations | Specific inspection — tests performed on the delivered product, validated by both parties | Nuclear (ASME III), high-pressure critical service, offshore in some jurisdictions; pressure equipment per EN 10204 Figure ZA.1 (see below) |
Was unterscheidet 3.1 von 3.2?
Both 3.1 and 3.2 certificates provide test results from the specific delivered product — not batch averages or statistical data. The critical difference is who validates the document.
Ein 3.1-Zertifikat wird vom autorisierten Prüfbeauftragten des Herstellers validiert. Diese Person muss unabhängig von der Fertigungsabteilung sein — sie arbeitet für dasselbe Unternehmen, berichtet aber über eine Qualitätssicherungsfunktion, nicht über die Produktion. Das 3.1-Zertifikat trägt den Stempel des Herstellers und die Unterschrift des autorisierten Vertreters.
A 3.2 certificate requires dual validation. EN 10204 names both parties: the manufacturer’s authorized inspection representative, independent of the manufacturing department, and either the purchaser’s authorized inspection representative or the inspector designated by the official regulations. The second validation adds a check from outside the manufacturer that the material was actually tested and the results are genuine.
The practical impact: a 3.2 certificate costs more and takes longer because the mill must coordinate testing schedules with the purchaser’s representative or the designated inspector. Lead times for 3.2 material can be 2-6 weeks longer than 3.1 material of the same specification.
Wann ist welcher Typ erforderlich?
Typ 2.1 oder 2.2 — Allgemeine Konstruktion
Geeignet für unkritische Anwendungen, bei denen die maßgebende Spezifikation keine spezifischen Prüfergebnisse pro gelieferter Charge erfordert. Üblich für allgemeinen Baustahl (nicht geregelt), gewerbliche Zäune, Geländer und nicht drucktragende Komponenten. Einige Projektspezifikationen akzeptieren 2.2 für sekundäre Bauteile, bei denen die Ausfallfolgen gering sind.
Typ 3.1 — Der Industriestandard
Erforderlich gemäß den meisten Regelwerken für Druckgeräte und Stahlbaufertigung. ASME Section II Part A Materialspezifikationen erfordern ein beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR), das funktional EN 10204 Typ 3.1 entspricht. D1.1:2025 Abschnitt 7.3 verlangt vom Auftragnehmer, die Konformität des Grundwerkstoffs mit der Schweißanweisung (WPS) zu überprüfen — ein 3.1-Zertifikat liefert den dokumentierten Nachweis. ASME IX Tabelle QW/QB-422 listet über 2.000 Materialspezifikationen auf, die jeweils eine nachvollziehbare Dokumentation gemäß Section II erfordern. API-Standards für Druckbehälter, Rohrleitungen und Lagertanks erfordern typischerweise mindestens 3.1. Dies ist die Standardanforderung für alle geregelten Schweißarbeiten.
Typ 3.2 — Sicherheitskritischer Einsatz
Required when independent verification is mandated by regulation or project specification. For pressure equipment, the informative Annex ZA of EN 10204 gives Figure ZA.1, drawn against Annex I section 4.3 of Directive 97/23/EC. Main pressure-bearing parts in category II, III and IV take specific inspection and either a type 3.1 certificate, where the material manufacturer has an appropriate quality management system (certified by a competent body and specifically assessed for materials), or a type 3.2 certificate. Main pressure-bearing parts in category I, other pressure parts and attachments take non-specific inspection and a type 2.2 test report; other parts take type 2.1 or 2.2. Non-specific inspection may be replaced by specific inspection where the material standard or the order specifies it. ASME Section III (nuclear) requires material documentation with independent oversight. Some offshore specifications (NORSOK, API 2W) require 3.2 for primary structural steel in splash zone and submerged applications.
Lesen eines Abnahmeprüfzeugnisses
Jedes Abnahmeprüfzeugnis — unabhängig vom EN 10204-Typ — sollte die folgenden Informationen enthalten. Falls eine dieser Angaben fehlt, kann das Zertifikat unvollständig oder nicht konform sein.
Chargennummer. Die eindeutige Kennung, die das Zertifikat mit der spezifischen Stahlschmelze verknüpft. Diese Nummer muss mit der auf dem Material selbst gestempelten, schablonierten oder lackierten Chargennummer übereinstimmen. Ohne eine übereinstimmende Chargennummer ist die Rückverfolgbarkeit unterbrochen und das Zertifikat wertlos.
Materialspezifikation. Die ASTM, ASME (SA-Präfix), EN oder andere Norm, nach der das Material hergestellt wurde. Zum Beispiel SA-516 Grade 70, SA-240 Type 304, EN 10025-2 S355J2. Die Spezifikation bestimmt die zulässigen chemischen Zusammensetzungen und mechanischen Eigenschaftsbereiche.
Chemische Zusammensetzung. Die tatsächliche chemische Analyse der Charge — typischerweise als Gewichtsprozent für Kohlenstoff, Mangan, Phosphor, Schwefel, Silizium und alle Legierungselemente (Chrom, Molybdän, Nickel, Vanadium) angegeben. Diese Werte müssen innerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen. Für das Schweißen gemäß D1.1 fließen die angegebenen chemischen Analysewerte in die Kohlenstoffäquivalent-Berechnung gemäß Anhang B ein, und die Vorwärmung wird in Tabelle 5.11 nach Stahlspezifikation, Schweißverfahren, Wasserstoffbezeichnung der Elektrode und Dicke nachgeschlagen — nicht nach der Tabelle-5.6-Gruppe.
Mechanische Eigenschaften. Zugfestigkeit, Streckgrenze und Bruchdehnung aus der Zugprüfung gemäß ASTM E8. Kerbschlagbiegeversuch-Ergebnisse (Charpy V-Kerb gemäß ASTM E23), falls von der Spezifikation oder Bestellung gefordert. Härtewerte, falls spezifiziert. Alle Werte müssen die Mindestanforderungen der Spezifikation erfüllen (oder Höchstwerte, für Elemente wie Kohlenstoff und Phosphor).
Produktform und Abmessungen. Platte, Rohr, Röhre, Stab, Schmiedeteil oder Gussteil. Dicke, Breite, Länge oder Durchmesser, je nach Anwendbarkeit. Die Produktform bestimmt, welche Materialspezifikation gilt und welche zusätzlichen Anforderungen relevant sein können.
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Ask FluxAbnahmeprüfzeugnis (Mill Test Certificate) vs. Werkszeugnis (MTR): Praktische Unterschiede
Für nordamerikanische Fertigungsbetriebe, die unter D1.1- oder ASME-Regelwerken arbeiten, ist der praktische Unterschied minimal. Ein ASTM beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR) ist funktional äquivalent zu einem EN 10204 Typ 3.1-Zertifikat — beide liefern spezifische Prüfergebnisse für die gelieferte Charge, validiert durch den autorisierten Vertreter des Herstellers.
Der Unterschied ist wichtig bei der Arbeit an internationalen Projekten. Ein europäischer Kunde, der EN 10204 Typ 3.1 spezifiziert, erwartet ein Zertifikat, das gemäß dieser Norm formatiert und klassifiziert ist. Ein nordamerikanisches beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR) erfüllt die gleichen technischen Anforderungen, trägt aber möglicherweise nicht die EN 10204 Typbezeichnung. Wenn die Bestellung oder Projektspezifikation explizit auf EN 10204 verweist, stellen Sie sicher, dass das Werk das Zertifikat mit der korrekten Typklassifizierung ausstellt.
Bei Dual-Code-Projekten (z. B. ASME VIII Behälter mit EN 10204 3.1 Materialanforderungen) überprüfen Sie, ob das beglaubigte Werkszeugnis (CMTR) des nordamerikanischen Werks die EN 10204-Klassifizierungskriterien erfüllt: spezifische Prüfung des gelieferten Produkts, validiert durch einen autorisierten Prüfbeauftragten, der unabhängig von der Fertigungsabteilung ist.
Wichtige Erkenntnisse
- MTR, MTC, and CMTR are different names for the same document — a certified record of material test results. MTR is North American, MTC is international, CMTR is formal ASTM/ASME.
- EN 10204 classifies inspection documents into four types (2.1, 2.2, 3.1, 3.2) based on the kind of inspection and who validates the document. Type 3.1 is the industry standard for coded fabrication work.
- The heat number is the traceability anchor. If the heat number on the certificate does not match the heat number on the material, the certificate has no value.
- 3.2 certificates add a second validator: either the purchaser’s authorized inspection representative or the inspector designated by the official regulations. For main pressure-bearing parts in pressure-equipment category II, III and IV, EN 10204 Figure ZA.1 accepts 3.1 (with an appropriate quality management system) or 3.2. They cost more and add lead time.
„Das Zertifikat ist nur so gut wie seine Rückverfolgbarkeit. Ein perfekter Satz von Prüfergebnissen auf einem Zertifikat, das nicht mit dem Material in Ihrer Werkstatt verknüpft werden kann, ist ein drohender Konformitätsmangel.“
D1.1:2025 Clause 7.3 requires the contractor to verify that base metals conform to the requirements of the WPS
Häufig gestellte Fragen
Ein Abnahmeprüfzeugnis (MTC) ist ein Prüfdokument, das vom Materialhersteller ausgestellt wird und die chemische Zusammensetzung, die mechanischen Eigenschaften und den Wärmebehandlungszustand einer spezifischen Charge oder eines Loses Materials bescheinigt. Der Begriff wird international verwendet und ist in EN 10204:2004 definiert, die Prüfdokumente in vier Typen (2.1, 2.2, 3.1, 3.2) klassifiziert, basierend darauf, wer die Prüfung durchführt und wer das Zertifikat ausstellt. In der nordamerikanischen Praxis wird das äquivalente Dokument üblicherweise als Werkszeugnis (MTR) oder beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR) bezeichnet.
Die Begriffe Werkszeugnis (MTR) und Abnahmeprüfzeugnis (MTC) beziehen sich auf dieselbe Art von Dokument — einen Herstellerbericht über Materialprüfergebnisse. Werkszeugnis (MTR) ist der standardmäßige nordamerikanische Begriff, während Abnahmeprüfzeugnis (MTC) und Werkszertifikat in der internationalen und europäischen Praxis gebräuchlicher sind. EN 10204 verwendet den formalen Begriff Prüfdokument und klassifiziert diese nach Typ (2.1 bis 3.2). ASTM- und ASME-Standards verweisen typischerweise auf ein beglaubigtes Werkszeugnis (CMTR). Unabhängig vom Namen muss das Dokument die Chargennummer, die chemische Analyse, die mechanischen Prüfergebnisse und die Konformitätserklärung der Materialspezifikation enthalten.
EN 10204:2004 defines four inspection document types. Type 2.1 is a declaration of compliance by the manufacturer with no test results. Type 2.2 is a test report based on non-specific inspection — test results from the production process but not necessarily from the delivered lot. Type 3.1 is an inspection certificate with specific test results from the delivered product, validated by the manufacturer's authorized inspection representative independent of the manufacturing department. Type 3.2 is an inspection certificate validated by that representative and by either the purchaser's authorized inspection representative or the inspector designated by the official regulations. Most pressure equipment and structural steel projects require 3.1 as a minimum.
A 3.2 certificate is typically required for safety-critical applications where independent verification of material properties is mandated. Common examples include nuclear pressure equipment (ASME Section III), high-pressure piping systems operating above specific thresholds, offshore structural steel in certain jurisdictions, and projects where the purchaser's specification explicitly requires 3.2. EN 10204 names the second validator as either the purchaser's authorized inspection representative or the inspector designated by the official regulations. For pressure equipment, EN 10204 Figure ZA.1 (informative, drawn against Directive 97/23/EC) routes main pressure-bearing parts in category II, III and IV to either a 3.1 certificate, where the material manufacturer has an appropriate quality management system, or a 3.2 certificate. The 3.2 requirement adds cost and lead time because a second party must validate the certificate.
Verify the heat number on the certificate matches the heat number stamped or stenciled on the material. Cross-check the chemical composition against the limits in the material specification — for example, SA-516 Grade 70 has maximum carbon of 0.27% per ASTM A516. Verify tensile strength, yield strength, and elongation meet specification minimums. Check that the certificate identifies the testing standard (EN 10204 type, ASTM E8 for tension testing, ASTM E23 for impact testing). For 3.1 certificates, confirm the authorized representative's signature or stamp is present. For 3.2 certificates, confirm the validation of both parties: the manufacturer's representative and the purchaser's authorized inspection representative or the inspector designated by the official regulations.
Referenzdaten aus EN 10204:2004 und ASME BPVC II-A. Nicht mit CEN oder ASME verbunden.